VEREINSGESCHICHTE
Geschrieben von SCI Esperia 1927 am 09. Juli 2013.

Gründungsversammlung

Aus diversen Dokumenten und Überlieferungen, die uns heute noch zur Verfügung stehen, geht hervor, dass bei der Gründerversammlung des Fussballclubs Esperia , die 1927 im Kirchenfeldrestaurant (damaliges "Casa degli Italiani") an der Ringstrasse 5 stattfand, rund 30 Personen anwesend waren. Es handelte sich dabei mehrheitlich um italienische Emigranten, die anfangs Jahrhundert in die Schweiz eingewandert waren und um einige Berner und Tessiner Sympathisanten.

Namensgebung

Das Bedürfnis in Bern einen italienischen Fussballclub zu gründen war unbestritten; es war nur nicht leicht, sich auf einen passenden Namen zu einigen. Jeder Vorschlag schien anfangs banal oder war ein "déjà-vu", bis jedoch ein Tessiner namens Colombo mit der Idee auftauchte, den Fussballclub Esperia zu taufen. So nannten nämlich die alten Griechen das wunderschöne Italien, nach dem griechischen Wort "ESPERA", was so viel bedeutete wie: "dorft wo die Sonne untergeht". Überflüssig zu erwähnen, dass dieser Name allgemeine Begeisterung auslöste, nicht zuletzt, weil er für die meisten eine symbolische Bedeutung hatte.

Der erste Präsident

Nachdem man sich über den Namen geeinigt hatte, wurde sogleich der erster Präsident des Fussballclubs Esperia, Herr Ugo Montalbetti, ein Beamter der italienischen Delegation (damals gab es noch keine italienische Botschaft) gewählt.

Die Präsidenten von Esperia

1927 - 32 Ugo Montalbetti
1932 - 34 Rinaldo Realini
1934 - 36 Pietro Bernasconi
1936 - 40 Alessio Broggi
1940 - 41 Sig. Gai
1943 - 44 Arnaldo Solca
1944 - 45 Egidio Gattinoni
1945 - 46 Ugo Montalbetti
1946 - 47 Alessio Broggi
1947 - 49 Leo Zanoni
1949 - 56 Giuseppe Colombo
1956 - 57 Franco Franzetti
1957 - 72 Giuseppe Colombo
1972 - 76 Idro Solca
1976 - 89 Gianni Sommaruga
1989 - 92 Franco Sommaruga
1992 - 95 Adelmo Pizzoferrato
1995 - 98 Umberto Galeno
1998 - 2015 Vito Zingarello
2015 - Russo Franco

Der erste Fussballplatz

Die ersten Spiele dieses legendären Fussballclubs wurden auf dem Spielfeld Kirchenfeld (dem heutigen Rosengartengebiet) ausgetragen, auf dem gleichen Terrain, wo auch der FC Bern spielte. Damals war das ganze Rosengarten-Quartier nämlich noch eine Riesenweide, die hauptsächlich den Schafherden der umliegenden Bauernhöfe zur Verfügung stand. Im Jahre 1929 mietete ein Herr Pulver, Sympathisant des Fussballclubs Esperia und reicher Herr aus Bern, dem italienischen Fussballverein ein eigenes Feld in diesem Gebiet. Dies löste einen grossen Enthusiasmus aus und auch den Willen, dem Club eine ernsthafte Struktur zu verleihen.
Die Bernerinnen und Berner zeigten sich sehr solidarisch und grosszügig gegenüber dem Willen dieses italienischen Vereins, eine eigene Tribüne auf die Beine zu stellen. Viele von ihnen unterstützten materiell und finanziell den Fussballclub Esperia und halfen sogar in ihrer Freizeit zusammen mit den Spielern, Leitern und Sympathisanten des Clubs, die "Esperia-Tribüne" zu errichten.
Das neue Feld des Vereins und die neue, selbstgebaute Tribüne wurden sogleich mit einem Freundschaftsspiel gegen den B.S.C. Young Boys eingeweiht, das der blutjunge Fussballcub Esperia gewann.
Leider wurde dieses Fussballfeld während des zweiten Weltkrieges vom Staat konfisziert, da im Lande wegen dem Krieg in den Nachbarstaaten Lebensmittelknappheit herrschte und das Feld zur Bepflanzung von Kartoffeln gebraucht wurde. Nach dem Krieg wurde dieses Gebiet als Bauland erklärt und für den Fussballclub Esperia begann die mühsame Suche nach einem anderen geeigneten Spielfeld.

Sportliche Erfolge in den 30-er Jahren

Im Jahre 1930 hatte der Fussballclub Esperia zwei Mannschaften; eine davon gewann in diesem Jahr die Meisterschaft in der vierten Liga und errang somit den vom Schweizerischen Fussballverband ausgestellten Pokal.
In den Saisons 1934/35 und 1935/36 wurde die Schweizer Wirtschaft von einer starken Krise heimgesucht. Trotz der schwierigen Lage gelang es dem damaligen Präsidenten, Herrn Alessio Broggi und der Mannschaft des Clubs jedoch, 5 mal hintereinander, dem Meistertitel der Zentralschweiz zu vetreidigen.
Der Fussballclub Esperia konnte während der Kriegszeit, als es verständlicherweise sehr schwierig war, Spieler zusammenzustellen, vor allem dank dem Mitspiel der Internierten überleben. Ab 1946 hatte er jedoch keine Schwierigkeiten mehr, Mitglieder zu rekrutieren, da mit der neuen Emigrationswelle aus Italien, viele Emigranten begeistert dem Verein beitraten.

Der Sportplatz "Lory"

1950 wird dem Fussbalclub Esperia vorgeschlagen, das Spielfeld "Lory" zu übernehmen. Der Club quartiert sich ohne Mühe im Lory-Spielfeld ein und schon nach kurzer Zeit hat dieser Platz einen solchen Erfolg und Bekanntheitsgrad erreicht, dass viele beginnen, diese Terrain "kleines San Siro" zu nennen.
Auf dem "kleinen San Siro" hat jahrelang eine unbeschreiblich schöne und ganz spezielle Atmosphäre geherrscht. So manche Erfolge, Enttäuschungen und Freuden wurden auf diesem Feld verzeichnet, so viele besondere Momente erlebt. Keiner, der diese Ambiance kennengelernt hat, wird diese jemals vergessen können.

Casa d'Italia

Im Jahre 1953 wird die "Casa d'Italia" an der Bühlstrasse 57 in der Länggasse offizieller Sitz des Fussballclubs Esperia. Seit dieser Zeit unterstützt die Casa d'Italia den Verein in finanzieller und moralischer Hinsicht.

Jugendbewegung

1976 ist ein wichtiges Jahr für den italienischen Fussballclub; grundsätzliche Fragen wie z.B. die neuen Statuten oder die Jugendpolitik innerhalb des Vereins werden geklärt und neu definiert. Dank diesen grundlegenden Entscheidungen konnte eine gewisse Kontinuität garantiert und der Jugendsektor aufgebaut werden. An dieser Stelle sei vor allem die hervorragende Arbeit des Herrn Vittorio Pizzoferrato - bekannt unter dem Ausspruch "bode ne bau" (was soviel hiess wie "den Ball am Boden halten") - zu erwähnen, der tatkräftig und kontinuierlich mitgeholfen hat, den Jugendsektor innerhalb des Fussballclubs Esperia zu fördern.

Jüngere sportliche Erfolge

Unter der Führung der Herren Gianni und Franco Sommaruga konnte der Verein in den 80-er Jahren einige Erfolge verbuchen. Neben den Aufstieg in die 3. Liga, zählte der Verein während Jahren zu den Spitzen-Clubs dieser Liga. Mehrmals hintereinander qualifizierte sich Esperia für die Aufstiegsspiele in die 2. Liga. Leider fehlte das nötige Glück zum Aufstieg. Hier ist sicher das Entscheidungsspiel zwischen Esperia und der AS Italiana auf dem Neufeld erwähnenswert, wo nicht weniger als 1'500 Zuschauer anwesend waren.

Aufstieg 2. Liga

Endlich! In der Saison 2001/2002 konnte sich der S.C.I. Esperia erstmals in seiner 75. Klub-Geschichte ein Denkmal setzen. Sie steigen mit Präsident Vito Zingarello sowie Trainer Milan Dangubic in die längst ersehende 2. Liga auf! Dank viel Geduld und Trainer sowie Spielerwechsel gelang es dem Präsidenten Vito Zingarello eine gewinnende Truppe zu bilden, die es dem Klub zum Erfolg verhalf. Danke Vito!
Abstieg in die 3. Liga

Nach einem Schnupper Jahr in der 2. Liga kehrt Esperia wieder in die 3. Liga. Nach einer nicht allzu konstanten Leistung in der höheren Spielklasse und einem Trainer Wechsel zum Schluss der Saison erhoffte man sich den Klassenerhalt. Doch mit Trainer Marco Di Romualdo (FC Sternenberg) kam ein frischer Wind. Mit viel angagement und Einsatz versuchte Coach Marco die Wende. Doch ausgerechnet im letzten Spiel gegen den FC Zollikofen ging die Titanic mit 7:1 unter!

Wieder-Aufstieg 2. Liga

Nach einem Fall in der 3. Liga kehrt Esperia mit Marco Di Romualdo wieder in die 2. Liga. Nachdem man zu Begin der Saison die Schlüsselpieler Radjenovic, Pusztaj usw. verlor, verabschiedete sich der langjährige Captain Luca Marchesini sowie Pierre Frison (beide Rücktritt) aus dem Team.

Wieder-Abstieg 3. Liga

Leider konnte man in der 2. Liga nicht mehr standhalten, was zu einer wiederabstieg führte! Zahlreiche Abgänge wurde zum teil schlecht ersetzt.

3. Ligist

Zur Zeit (Saison 2006/2007) kämpft man um den wiederaufstieg, doch zahlreiche Spieler sind gegangen und man versucht ein neues Team zu bilden. Sicherlich ist der Wieder-Aufstieg ein Thema aber dieses Jahr bleibt es beim Thema...

 
ABSTIEG UND WIEDERAUFSTIEG 2011 - 2013

Nach zahlreichen Spielerwechsel stieg ESPERIA  leider in der Saison 2011/12 die 4. Liga ab. Der Abstieg war hart jedoch unvermeidlich da man in vielen Bereichen keine geeignete Struktur hatte. In dieser Zeit wurde leider auch die Juniorenbewegung komplett vernächlässigt. Der Wiederaufstieg wurde leider trotz dem 2. Platz in der Saison 2012/13 verpasst. Dafür gab es bezüglich Reorganisation positive Nachrichten. Die nötigen Posten im Vorstand wurden besetzt. Man wollte wieder eine starke Juniorenbewegung auf die Beine stellen. Dies gelang in kurzer Zeit. Der Aufwind zeigte sich glücklicherweise auch in der 1. Mannschaft, wo man unter der Führung von Marco di Romualdo den erneuten Wiederaufstieg erreichen konnte

 3. LIGA 2014 -

Der Wiederaufstieg der 1. Mannschaft und die Reorganisation  trägt ihre Früchte. Wir haben ein gutes Kader für die 1. Mannschaft und mit Marinko Tunjic einen fähigen Trainer. Die Junioren-Abteilung wächst sehr schnell. Neue Sponsoren konnten gewonnen werden. SCI ESPERIA ist wieder auf der Erfolgsspur.......einige träumen bereits von einem Aufstieg in die 2. Liga.....jedoch wird unser oberstes Ziel sein, vorerst die 3. Liga zu halten, die Juniorenbewegung zu fördern und die Integration im Quartier weiter voranzutreiben. Wenn seitens Vorstand und Spieler weiter so gearbeitet wird sehe ich eine erfolgreiche Zeit auf ESPERIA zukommen.....und wer weiss vielleicht werden Träume wahr......

 
"IL PRESIDENTE" TRITT AB....EINE NEUE ÄRA BEGINNT
 
Anlässlich der GV vom 29. Juni 2015 trat unser "Presidente" offiziell
zurück. Nach 17 Jahren endet eine Presidentschaft die den regionalen
Berner Fussball geprägt hat. Unser Vito war weit über die Berner
Stadtgrenzen bekannt. Für uns wird er immer unser "Presidente"
bleiben, da er ESPERIA nicht nur auf seiner Wade tätowiert hat, sondern
ESPERIA in seinem Herz trägt. Wir werden nie vergessen was er alles
für ESPERIA getan hat. Die unzählichen Dress die er gewaschen hat, die
hunderten an der Seitenlinie abgespulten Kilometer wenn seine ESPERIA
nicht so spielte wie er es wollte. Es gibt wohl keinen ESPERIA-Spieler der
von Vito nicht aus irgendeinem unwichtigen Grund"zusammengeschissen"
wurde......doch genau das wird uns wohl fehlen.
 
Die ganze ESPERIA-Familie wünscht unserem "Presidente" und Vita
von Herzen, für die bevorstehende Auswanderung, nur das Beste.
Wir sind bereits in Verhandlungen mit TV SANTO DOMINGO um die
ESPERIA-Spiele live zu übertragen ....damit es Vito nicht langweilig wird.
 
Franco Russo hat sich bereit erklärt in die grossen Fussstapfen von Vito
zu treten. Wir sind überzeugt dass er die richtige Wahl ist, den eingeschlagenen
Weg fortzuführen. Unsere Juniorenabteilung mit mehr als 150 Junioren ist rasant
und erfolgreich gewachsen. Wir können in jeder Kategorie mindestens eine Mannschaft
stellen.....dies können nur wenige Vereine in der Region Bern von sich behaupten.
Zu erwähnen sind dabei sicher die tollen Leistung der C- und B-Junioren.
Aber auch unser kleineren D-, E- und F- Junioren geben Anlass zur Freude.
 
Die 1. Mannschaft hat nach dem Wiederaufstieg den guten 4. Platz erreicht.
Die 2. Mannschaft einen guten Mittelfeldrang. Aber auch die "ältesten" die
Senioren 30+ und 40+(Gruppierung mit AS Italiana) haben kleinere und
grössere Erfolge feiern können.
 
SCI ESPERIA 1927 steht eine spannende Zukunft bevor. Wir sind
bereit alle Hindernisse gemeinsam zu bewältigen und viele Erfolge
zu feiern.
 
Ende Juli/Anfangs August wird erstmalig auf dem "Witti" der BAUHAUS-CUP
ausgetragen. Zudem sind viele weitere Projekte in Planung doch dazu in
Zukunft mehr. Wir sind bestrebt SCI ESPERIA 1927 zu einer Top-Adresse
im Berner Regional-Fussball zu formen.....packen wir's an!
 
PER L'ESPERIA .....SEMPRE.